Sliderbild

Chronik des Rostocker Yachtclubs e. V. 1905 – 2016

In Auszügen aus der gleichnamigen Chronik, die vom Rostocker Yachtclub e.V. 
aus Anlass des 100. Jubiläums ebenda herausgegeben wurde; zusammengestellt von Heike von Weber.

 

Die Entstehung von Segelsportvereinen

Im 19. Jahrhundert wurde Sport zum Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in der Stadt und es erfolgte … die Gründung von Sportvereinen. Die Nähe zum Wasser, die Verbundenheit vieler Rostocker mit der Segelschifffahrt und dem Schiffbau waren bestimmende Faktoren, die die Entstehung von Ruder- und Segel-Sportvereinen in unserer Region verständlich machen. 
Kaufleute, Handwerker, Offiziere der Marine, Fahrensleute und Kapitäne gehörten vorrangig zu den Gründern und Mitgliedern der ersten Vereine.

Die Geschichte des Segelsports reicht aber bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Entwicklung des Segelsportes, Segeln als Freizeitsport, Fahrten- und Wettfahrten, nahm zur Jahrhundertwende einen großen Aufschwung. 1900 gehörte Segeln bereits zum olympischen Programm.

 

Beginn des Segelsports in Rostock

In Deutschland erlebte der Segelsport eine starke Entwicklung nicht zuletzt durch das Interesse von Kaiser Wilhelm II.. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden traditionsreiche Segelvereine wie zum Beispiel der „Kaiserliche Yacht-Club“ und einer unserer Nachbarvereine, der „Mecklenburgische YachtClub.“ Sein Ursprung geht auf den Rostocker Segelclub „Greif“ zurück. Noch im Jahre seiner Gründung hat der Segelclub „Greif“ seine erste interne Segelregatta auf dem Breitling gestartet. Der Sieger wurde mit dem „Blauen Band der Warnow“ geehrt. Diese Sportregatta hat der Lotsenkapitän Stephan Jantzen mit seinem Boot „Marie“ gewonnen. … jährlich wird diese beliebte Herbstregatta heute noch auf der Warnow gestartet. Besonderen Einfluss auf die Entwicklung des Segelsports an der Warnow hatten auch der Direktor der Neptunwerft, Gerhard Barg, der fast 50 Yachten konstruierte …

 

Die Gründung des Rostocker Yacht-Clubs

Der erste Verein in Rostock war unser Nachbarverein, der „Mecklenburgische YachtClub”, dessen Ursprung auf den Rostocker Segelclub „Greif“ zurückgeht. In diesem aktiven maritimen Umfeld wuchs der Wunsch nach weiteren Betätigungsfeldern für die Segelinteressierten und so ergriffen wieder einmal Kapitäne und Kaufleute der Stadt die Initiative und gründeten am 19. April 1905 einen neuen Segelverein an der Warnow. Die Männer, die den neuen Segelclub mit dem anspruchsvollen Namen „Rostocker Yachtclub“ gründeten, waren zunächst die einzigen Mitglieder und bildeten auch gleichzeitig den ersten Vorstand des Vereins.

Die ersten Liegeplätze für die ersten drei Boote des RYC, der damaligen Abkürzung für den Rostocker Yachtclub, befanden sich im Christinenhafen an der Schnickmannsbrücke … 

Die Vereinsentwicklung ging nur langsam vor sich, aber kontinuierlich. Ende des Jahres 1905 ist die Mitgliederzahl schon auf 15 Segler angestiegen und der Ver ein registrierte bereits 5 Boote. Im April 1906 wurde der Rostocker Yacht-Club in den Deutschen Segler-Verband aufgenommen und im August des selben Jahres wurde die erste interne Regatta auf der Warnow organisiert.…

 

Der RYC hat eine neue Perspektive – unser Clubhaus

Mit der Erschließung des neuen Geländes am Gehlsdorfer Ufer 1919 und Aufbau eines Bootsschuppenschienen die schwersten Zeiten des Niedergangsdes Rostocker Yacht-Clubs beendet zu sein, denn der Krieg hatte ja das Clubleben fast völlig zum Erliegen gebracht. Der Vorstand des Clubs hat es aber verstanden, die verbliebenen Mitglieder immer wieder zur Geschlossenheit, Kameradschaft und für eine hohe Spendenbereitschaft zu motivieren sowie eine optimistische Zielstellung zu begründen.

Am 2. August 1924 fand nach den Plänen des Architekten Hübner die feierliche Schlusssteinlegung für das neue, heute noch stehende Clubhaus statt. Mit einer klaren Konzeption des Club-Vorstandes und einer langjährigen straffen Führung des Vereins … hat sich der RYC stets nach vorne entwickelt. Traditionell und konsequent wurden Segelwett- und Wanderfahrten durchgeführt, die das Gemeinschaftsleben gefestigt und gefördert haben.

Im Juli 1926 wurde die erste Warnemünde Woche als offene Wettfahrt auf der Ostseeausgetragen … Diese seglerische Großveranstaltung wurde von den Segelsportvereinen Rostocker Yacht-Club, Großh. Mecklbg. Yacht-Club, Kaiserl. Yacht-Club, Warnemünder Segel-Club und Akadem. Segler-Verein zu Rostock inhaltlich und organisatorisch vorbereitet unddurchgeführt. Bis zum heutigen Tage trägt der Club dazu bei, dass diese Segelwettbewerbe mit zu den größten internationalen Segelsportveranstaltungen an der Ostseek üste gehören.

 

Das Jahr 1930 – 25 Jahre Rostocker Yacht-Club

Der Ehrenvorsitzende und Mitbegründer Herr Fabian Kämpf, der über 20 Jahre die Leitung des Clubs hatte, erinnerte … an den dornenreichen Weg, den der Club gegangen war. „Nach Zeiten der Blüte folgten schwere Zeiten des Niederganges und der Krieg habe sogar dazu geführt, dass die Auflösung des RYC in Erwägung gezogen wurde.“ … „Aber immer wieder siegte der trutzige Mut wagemutiger Männer, die mit eiserner Energie und zähem hanseatischen Geist der Schwierigkeiten Herr zu werden wussten, bis der Weg frei war zu machtvoller 
Entwicklung.“ 
Mit mehr als 150 Mitgliedern und etwa 80 Yachten zählte der Rostocker YachtClub mit zu den stärksten Wassersportvereinen an der Warnow.

 

1933 bis 1945 - Gleichschaltung und Auflösung

Die Zeit nach 1933 stand im Zeichen der gesellschaftlichen Veränderungen, die der Machtübernahme der NSDAP am 30. Januar folgten. Die Sportvereine wurden unter dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen neu geordnet und unterstanden dem Reichssportführer. Segelsport soll Volkssport werden. Auch der Sprachgebrauch änderte sich, so wählte der Rostocker Yacht-Club im Februar 1934 nicht länger einen Vorsitzenden, sondern einen Kapitäneinstimmig zum Führer des Yachtclubs. 

Nach einstimmigem Beschluss seiner Hauptversammlung am 21. April 1939 geht der Verein in den “Yacht-Club von Deutschland”, Zweigabteilung Mecklenburg auf. 
Am 11. und 12. September 1941 finden die ersten schweren Luftangriffe auf Rostock statt. Es folgen weitere Luftangriffe in den Jahren 1943 und 44. Auch haben sich die Reihen der Segler durch Kriegsdienst stark gelichtet, nur die Marine-HJ ist in der Seglerausbildung aktiv. Das Clubhaus des alten Rostocker Yacht-Clubs ist inzwischen ausgebaut und dient als Lehrlingswohnheim für die Neptun-Werft, … 

Ende 1944 wurden die Lehrlinge verlegt und das Clubhaus war dann im letzten Kriegswinter Aufenthaltsort für Flüchtlinge und Kinder. Beim Einmarsch der sowjetischen Truppen in Rostock am 1. Mai 1945 wurde es requiriert und diente weiter als Kinderheim. Die sowjetische Militärverwaltung, …, hat das Haus mit Gelände als NS-Vermögen eingezogen. Der Yacht-Club von Deutschland, Zweigabteilung Mecklenburg war schon mit dem Ende des Krieges nicht mehr existent, und der Rostocker Yacht-Club hatte schon 1939 seine Eigenständigkeit aufgegeben. 

 

1945 bis 1990

Für eine Wiederaufnahme des Segelsports in Rostock nach dem 2. Weltkrieg bestanden äußerst komplizierte Bedingungen. 
… Ende 1945 übernahm der Jugendausschuss und ab März 1946 die Freie Deutsche Jugend die Verantwortung für die Neugestaltung des Sports in Mecklenburg.

1949 wurden in Rostock die ersten Betriebssportgemeinschaften … gebildet. In diesem Zusammenhang schloss sich die Sportgruppe Segler, die bisher unter der Leitung der Freien Deutschen Jungend stand, der neu gegründeten BSG der Neptunwerft an. 

 

Gründung und Aufgabenstellung der Sektion Segeln des SC Empor Rostock

… am 15. 11. 1954 wurde der SC „Empor“ Rostock gegründet. In den folgenden Jahren kam es zum Aufbau der Sektionen Leichtathletik, Handball … Segeln und Kanu. In diese Sektionen wurden die besten Sportler der Betriebssportgemeinschaft aufgenommen und unter der Anleitung von erfahrenen Trainern zu bedeutenden Leistungen herangebildet. 

Am 22. 06. 1955 erfolgte … die Gründung der Sektion Segeln. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Schwimmen, Turnen, Leichtathletik usw., die schon über jahrelange leistungssportliche Erfahrungen verfügten, und bei denen eine klare Vorstellung über Grundausbildung und Training vorhanden waren, gab es derartiges für den Leistungssport Segeln nicht. Für die Arbeit der Sektion musste festgelegt werden, in welchen Bootsklassen trainiert werden sollte. 

Da auf der Ostsee gute Bedingungen für das Seesegeln bestanden, konzentrierte sich das Hauptinteresse der Gründer der Sektion zunächst auf eine Förderung des Seesegelns in den Seekreuzklassen und Kielbootklassen. 

In o.g. Chronik kann der interessierte Leser ab Seite 43 ff. nachlesen, unter welchen Schwierigkeiten der SC Empor aufgebaut und die Segler trainiert wurden. 
Alle Bemühungen, Einsätze, Fleiß und viel Enthusiasmus von Seiten aller Beteiligten mündete im ersten Erfolg 1956, als ein 17jähriger in der O-Jolle den DDRMeistertitel errang. Es ist der Beginn einer Reihe von Siegen, die die Segler des SC Empor erlangte. 
So waren unter den Erstplatzierten der Ostseewoche 1957wieder Segler dieses Vereins in der Klasse der O-Jolle und Pirat senior wie junior. Aber schon 1955, als das erste Mal Boote des SC Empor bei der Ostseeregatta an den Start gingen fuhren sie im Seekreuzer 5,1-6 KR und im Jollenkreuzer den ersten Platz ein, gefolgt von zwei ersten Plätzen im gleichen Jahr bei der Stralsunder Woche.

1956 war für die Sektion … ein besonderes Jahr, … es fanden die XVI. Olympischen Spiele in Melbourne statt. Wenngleich unsere Segler bei der Ausscheidungsregatta auf der Kieler Außenförde keinen nominierten Platz errangen, so blieb man dennoch auf Erfolgs kurs und belegte den 1. Platz bei der Travemünder Woche auf einem Drachen.

 

Entwicklung der Sektion zu einem Leistungszentrum des olympischen Rennsegelsports 

… 1958 wurde auf dem ersten Verbandstag der Segler der Deutsche SegelsportVerband (DSSV) im DTSB gebildet … Im Sportplan des DSSV kam zum Ausdruck, dass die Segelsektionen … in der DDR die Zentren des Leistungsports sind und sich zielgerichtet auf die Olympischen Spiele 1960 vorzubereiten haben. 
Der Bootsbestand der Sektion umfasste 1958 in den olympischen Klassen … drei Stare, acht Drachen, fünf Finn-Dinghy und zwei FD. 
In allen 4 olympischen Klassen wurden im Laufe der Saison bei nationalen wie internationalen Vorentscheidungen erste Plätze gewonnen. 
Welcher Segelklasse und wie sich der Bestand der Boote verbesserte, trainiert wurde und welche Taktik man verfolgte können Sie ab Seite 46 ff. in der o.g. Chronik nachlesen, die Sie für 15 EUR im Vereinshaus käuflich erwerben können. 

1961 war für die Sektion ein erfolgreiches Jahr. Bei den Finn-Europameisterschaften … auf heimatlichem Revier vor Warnemünde … die erste internationale Medaille … für unsere Sektion. 

Wurde bei der Weltmeisterschaft und am Goldpokal der 5,5-m-R-Klasse in Helsinki kein Platz errungen, so sind wir doch Stolz, dass Segler des SC Empor teilnahmen und mit ihren Erfahrungen zu weiteren Erfolgen beitrugen, was sich darin zeigt, dass die drei … Spitzenbesatzungen in den drei Kielbootklassen innerhalb der DDR … bis 1963 ihre Meistertitel verteidigen konnten.

Da in der FD-Klasse keine Leistungsentwicklung nachgewiesen wurde und kein Trainer für diese Klasse beim SC Empor vorhanden war, stellte die Sektion die Trainingsarbeit in der Klasse 1962 ein. 

1963 gelang der 5,5m-R-Yacht-Besatzung in Sandham /Schweden gegen ernstzunehmende Gegner der Weltelite der Sieg in sämtlichen Pokalrennen – der bisher größte Erfolg.Von Rennen zu Rennen kam unser Drachen immer besser mit den Revierbedingungen zurecht … konnte seine Platzierungen … verbessern. Am Ende dieser Wettfahrten erkämpften unsere drei Drachensegler die Silbermedaille … Zum ersten Mal in der Geschichte unserer … Sektion errangen Sportler eine olympische Silbermedaille. 


Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Bootsklassen

Die Periode 1964 bis 1968 hatte die Sektion Segeln … vor eine Reihe schwieriger Aufgaben und Entscheidungen gestellt. In allen Bootsklassen … mussten erhebliche Umbesetzungen vorgenommen werden. Einer der äußeren Gründe war die Aufgabe der internationalen 5,5-m-R-Klasse … Die … war die teuerste und größte olympische Klasse. Diese Klasse wurde nach 1968 aus dem Programm der olympischen Spiele gestrichen und für die Spiele 1972 durch die neue Einheitsklasse „Soling“ ersetzt. 

Ganz unterschiedliche persönliche Gründe bei den früheren Spitzenseglern des SC Empor führten zur Neufindung von Mannschaften in anderen Bootsklassen. Aber, allmählich waren die Segler wieder vorne mit dabei, so… Bei den vorolympischen Regatten in Hyres und bei den internationalen französischen Meisterschaften erreicht sie gegen eine große internationale Konkurrenz, … den 1. Platz. Beim Goldpokal in Hankö belegten sie einen … 2. Und bei den Europameisterschaften in Helsinki den 3. Platz. Auf der 63. IOC-Tagung 1965 in Madrid beschloss das IOC, dass die DDR künftig mit einer eigenen … Mannschaft an den olympischen Spielen teilnimmt. Nur eine Mannschaft nominierte sich, es war unsere Drachenbootmannschaft und – sie nahmen nicht nur teil, sondern erreichten die Bronzemedaille. 
An diese Erfolge wurde angeknüpft. Nachzulesen in benannter Chronik ab S. 51 ff.

Ab 1968 begann sich eine positive Entwicklung in der Finn-Klasse abzuzeichnen. Bei den DDR-Meisterschaften 1970 konnte ein 3. Platz und 1972 der Europameistertitel erreicht werden.

 

Der Aufschwung 1973 – 1978

Mit Beginn des neuen Olympiazyklus mussten in der Sektion einige Veränderungen in der Bootsklassenstruktur … vorgenommen werden. Wurden 1964 – 1972 die Bootklassen Drachen, Star, Finn und teilweise FD gefördert, so erfolgte ab 1972/1973 in beiden erstgenannten Klassen die Ablösung durch die olympische Klassen Soling und 470er.

Dies hatte zu Folge, dass bestehende Mannschaften die Bootklasse wechselten – Erfolge blieben nicht aus. 
Der geschätzte Leser möge es mir nachsehen, wenn ich an dieser Stelle nicht weitere Erfolge aufliste. Sie können den weiteren Verlauf des SC Empor, die Schwierigkeiten und die namentlichen Erfolge in o.g. Chronik ab S. 55 nachlesen. 
Die bis hierher zitierten Abschnitte sowie persönliche Zusammenfassungen sollen einen Überblick über die 100-jährige Geschichte des Vereins aufzeigen und deutlich machen, das wir sehr stolz auf die Segler unseres Vereins sein können, haben sie doch vielfach ihr seglerisches Können nicht nur in einer Teilnahme sondern auch mit Bestplatzierungen unter Beweis gestellt. 

 

1990 bis 2005 - der wieder gegründete Rostocker Yachtclub

Nach dem Fall der Mauer und den damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüchen ist auch die Existenz des SC Empor Rostock, Leistungszentrum für den Spitzensport, gefährdet. … Die Sektion Segeln geht in diesem Auflösungsprozess, unterstützt vom DSV, den einzig gangbaren Weg, in dem sie sich am 25. April 1990 in den Rostocker Yachtclub RYC umgründet, um eine zukunftsträchtige Basis für den Neubau von Vereinsstrukturen und für die Klärung von Eigentums- bzw. Nutzungsrechten zu schaffen. 
Nach kurzer Zeit weist der Club, dem 83 Mitglieder angehören, bereits gefestigte Strukturen auf. Das Clubhaus an der Uferpromenade 5 in Rostock-Gehlsdorf wird dem RYC überlassen, so dass für den Neuanfang mit dem Haus als verbindendem Element sowohl die soziale als auch die kulturelle Basis im Sinne gemeinsamer Erfahrungen, Werte und Ergebnisse erhalten bleibt. 

Der Rostocker Yachtclub wird wieder in den Deutschen Segler Verband und am 01. 01. 1991 als ordentliches Mitglied in den Landessportbund MecklenburgVorpommern e.V. aufgenommen. Der Vereinsname RYC muss in seiner Schreibweise geändert werden, da dieses Kürzel bereits an einen Club vergeben ist. Um eben Verwechslungen zu vermeiden, erhält der Rostocker Yachtclub nunmehr die Abkürzung ROYC.

Um die Aufgabenerfüllung noch besser zu sichern, beschließt die Mitgliederversammlung am 15. März 1997 die Anzahl der Vorstandsmitglieder … zu erhöhen:

Der Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzendem, dem Kassenwart, dem Jugendobmann und weiteren vier Mitgliedern.
Das Statutziel des wieder gegründeten Rostocker Yachtclubs ROYC e.V. soll verwirklicht werden durch, in dem seine Mitglieder in folgenden Bereichen tätig sind:
1. Weiterführung des Rennsegel- bzw. Regattasports
2. Ausrichtung nationaler und internationaler bedeutsamer Regatten
3. Erweiterung der Möglichkeiten für das Fahrtensegeln 
4. Entwicklung des Kinder- und Jugendsegelns
5. Intensivierung des Vereinslebens
6. Substanzerhaltung


… die politische Bedeutung und die politischen Möglichkeiten, die im Sport liegen und die in der DDR durch öffentliche Sportförderung im Spitzensportbereich als originäre Sache von Staat und Partei ihren Zweck erfüllten, erschöpfen sich mit der Auflösung des in der DDR praktizierten Systems. … Der Status des Sports verändert sich. Die öffentliche Sportförderung im Spitzensportbereich als originäre Sache von Staat und Partei gehört der Vergangenheit,Segeln liegt nunmehr ausschließlich im Freizeitbereich, Spaß steh im Vordergrund. Das Clubhaus – ehemals Leistungsportzentrum – wird zum Freizeitraum. 
Trainer und ehemalige Spitzensportler des ROYC wollen den Neuanfang nach der Wende mitgestalten. Sie erarbeiten Konzepte, die helfen, das sportliche Potenzial weiter zu entwickeln und setzen diese Konzepte auch neben beruflicher Neuorientierung um. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sehen sie im Aufbau föderalistischer Strukturen, im Erhalt des Leistungssports sowie im Ausbau des Brei tensports. 

In o.g. Chronik kann der interessierte Leser ab Seite 63 ff. nachlesen, an welchen nationalen wie internationalen Segelentscheidungen unsere Clubmitglieder beteiligt waren, in welch unterschiedlichen Regattaklassen, ferner, welche Platzierungen sie erreichten. Wir können sehr stolz auf sie sein. Zwar nicht mehr so häufig, aber doch erstaunlich wie unsere Aktiven bei nationalen und internationalen Regatten vorne mitsegeln und Titel gewinnen.

Unsere Aktiven haben immer bewiesen, dass sie das Zeug zum Siegen haben. Wer zählt die Seemeilen, die unsere Fahrtensegler auf Ost- und Nordsee, auf dem Atlantik, in der dänischen Südsee, an den schwedischen Schären, oder auf den Bodden und Haffs Vorpommerns zurücklegen? Sie sind es, die die Breite des Segelns verkörpern und ebenso wie die Aktiven des Regattasegelns den Namen „Rostocker Yachtclub“ in die Welt tragen.

Zum ersten Mal feiern am 8. Mai 1999 alle zehn Rostocker Seglervereine das An-segeln und begrüßen den aus Schweden kommenden traditionellen Postsegler 

“Hjorten”. Es ist ein Großereignis, dass den Anfang für die vielen Seglerveranstaltungen des Sommers machtAus vielen Begegnungen und vor dem Hintergrund gemeinsamer Probleme entwickelt sich ab 2002 das Forum “Interessengemeinschaft Segeln in Rostock”.

Entwicklung des Kinder- und Jugendsegelns

Im Mai 1997 folgen 53 Nachwuchssegler, … der Einladung des SV Turbine Rostock. Trotz Windstärken von drei bis vier, ständigen Winddrehungen und so manchem Bad in der Warnow erreichte wir sowohl bei B-Optis und A-Optis jeweils den 2. Platz. 

Im Anfängerbereich haben wir 1998 … insgesamt 15 Freizeitsegler im Alter von 8 bis 14 Jahren. Abgestimmt mit den schulischen Belastungen trainieren sie zwei- bis dreimal wöchentlich.

 

2000

Die Wettkampfsaison beginnt mit einer Frühjahrsregatta … 80 Teilnehmer aus allen Teilen des Landes gehen mit ihren Optis, Cadets, Lasern, Europes auf der Unterwarnow an den Start. In der Opti-Klasse … wird der 2. Platz erreicht. Im Laser-Radial schneiden die jungen Segler vom ROYC am erfolgreichsten ab. Von den 140 Mitgliedern sind 33 Kinder und Jugendliche, die das sportliche Angebot des Vereins nutzen. 


2002 – 2004

Eine Studentengruppe hat seit dem Sommer 2002 ihr Domizil an der Uferpromende 5 in Gehlsdorf. … 13 Studierende mit 420er, 470er und Ixylon. Eine vielversprechende Entwicklung ist in Gang gesetzt, denn einige haben sich als Mitglieder dem Club angeschlossen. Liegt ihr Interesse im Freizeit- und nicht im Leistungssegeln, so bringen sie doch Schwung in den Club und beteiligen sich bereitwillig und aktiv am gemeinschaftlichen Clubleben. Am 23. April 2005feierte der Rostocker Yachtclub sein 100ste Gründungsjubiläum, im großen Kreis werden Sportler und Verantwortliche geehrt. Dem Club wurde die Sportplakette des Bundespräsidenten verliehen und durch die Sozialministerin des Landes MV überreicht. Wir können stolz auf hundert Jahre Segeln auf unruhiger See, bei Sturm und Flaute zurückblicken.


2005 -2016 

Die folgenden Jahre sind geprägt von größeren Investitionen, die einerseits der wachsenden Mitgliederzahl, und Erhaltung der Bausubstanz Rechnung trägt.So wurden nach längeren Verhandlungen 2006 der Schwimmsteg, oder das was noch übrig war, erworben und über die folgenden Jahre saniert. Es wurden 25 neue Lärchenpfähle gerammt, Sorgleinen gespannt und umfangreiche Taucherarbeiten durchgeführt. Hier zeigte sich einmal mehr die Kreativität und der Gestaltungswille der Vereinsmitglieder bei der Bewältigung dieser nicht einfachen Aufgaben.

Am 28. 10. 2007 erwarb der ROYC als Akteur der „Interessengemeinschaft 
Gehldorfer Ufer“ den maroden Steg der Hansestadt „Kommunaler Steg Gehlsdorf“ mit dem Mecklenburg Yachtclub Rostock und dem Akademischen Segelverein zu Rostock. Im gleichen Jahr begannen die Umbauarbeiten unseres Büros im ersten Stock zu zwei Wohneinheiten mit Nasszelle und Küchenzeile (heute Zimmer 5+6). In den folgenden Jahren folgte der Umbau des Traditionskabinett zu Zimmer 2+3. 
Alle Räume wurden natürlich auch energetisch auf den aktuellen Stand gebracht. Dazu gehörte die Isolierung der Zimmerdecken und natürlich der Einbau von Isolierglasfenstern nach historischem Vorbild. 

Der neu erworbene Weststeg wurde, nach dem der MYCR sich zurück gezogen hatte, mit der Einwerbung von Fördermitteln 2011, bis zum Mai 2012 neu aufgebaut. Durch die wesentliche Vergrößerung unserer Liegeplatzkapazitäten, es sind jetzt ca. 130 Liegeplätze, hat sich die finanzielle Situation im Verein positiv entwickelt. 
Ein großen Problem ist natürlich die Verlandung, so können im ufernahen Bereich nur flachgehende Boote liegen. Diese Problem haben aber alle Vereine am Gehlsdorfer Ufer und das kann nur durch und mit der Hansestadt Rostock gelöst werden.

Im Jahr 2012 begannen die Überlegungen zum Neubau der alten Jollenhalle, die 2015 mit einem positiven Bescheid zur Bauvoranfrage weitergingen. Den Zuschlag zur Förderung vom Landessportbundes erhielten wir auf dem Landesverbandstag im Herbst 2016. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 9. Dezember 2016 wurde der Neubau der Jollenhalle beschlossen. 
Ende 2015 wurde die Sanierung des Hauptsteges, direkt vor dem Clubhaus liegend, begonnen. Neben dem erstmaligen Einsatz von Kunststoffbohlen wurde auch die komplette E-Anlage (Beleuchtung und Stromversorgung der Liegeplätze) und die Wasserversorgung erneuert. 
Im sportlichen Bereich entwickelte sich die Jugendarbeit kontinuierlich weiter, so segelten unsere Kinder u. Jugendlichen in den Bootsklassen Opti B, Opti A, Laser 4.7,Laser Radial, Laser Standard , 420er und 470er. Sie nahmen an Wettkämpfen bei Internationalen Jugend- und jüngsten Meisterschaften, Junioren Welt- und Europameisterschaften, internationalen Regatten teil.

Unsere Sportler vertraten unseren Verein Europa weit und waren von Nord nach Süd in Deutschland, Frankreich, Spanien, Griechenland, Bulgarien und Slowenien erfolgreich unterwegs. Mit großem Einsatz werden jährlich die Durchführung bzw. Organisation von internationalen und nationalen Regatten, auch im Rahmen der Warnemünder Woche, von unseren sportbegeisterten Mitgliedern gestemmt. 
Seit mehreren Jahren haben auch Studenten und Erwachsene die Möglichkeit das Segeln auf 6 Ixylons in Sommerkursen zu erlernen.

Im Jahr 2010 wurde die Idee zur Freitagsregatta (www.freitagsregatta.de) geboren und umgesetzt. Diese wurde 2016 zum 6. mal durchgeführt und erfreut nicht nur die Mitsegler, die aus allen Vereinen Rostocks kommen, sondern natürlich auch die interessierten Zuschauer im Stadthafen. Seit 2015 stellen auch andere Rostocker Segelvereine die einzelnen Wettfahrtleitungen. Neben der abendlichen Siegerehrung mit Sponsorenpreisen stärkt auch das das gemeinschaftliche und gesellige zusammen Leben. Die Sieger der meistens 14 Wettfahrten in 3 Yardstick-Klassen werden auf dem alljährlichen Segelerball ausgezeichnet. 


Ausblick

Was wäre Rostock ohne die Segler, deren Boote das maritime Flair der Stadt bereichern? Großen Anteil an der Flotte … hat der Rostocker Yachtclub e.V. – immer noch an der Uferpromenade 5 in Gehlsdorf … Immer noch heißt es, dass sich Segler bereits 1919 durch Grundstückskauf und 1924 mit dem Bau des Clubhauses diesen Standort als Heimstatt erkoren hatten.